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Die Erstellung einer Überschuldungsbilanz im Falle der Unternehmenskrise

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Zunächst muss festgehalten werden, dass die Überschuldungsbilanz ein Instrument ist, was der Kapitalgesellschaft an die Hand gegeben wird, um den Status der Überschuldung festzustellen. Wichtig ist hierbei, dass die Wahl des Zeitpunktes zur Erstellung einer Überschuldungsbilanz exakt abzustimmen ist. In der Regel erhält dann die Geschäftsleitung tatsächliche Kenntnis von der Überschuldung der GmbH, was sofort die 3-Wochen-Frist zur Stellung eines Insolvenzantrages auslöst.

Wird dieser Antrag nicht fristgerecht gestellt, wird sich der Geschäftsführer später in einem Insolvenzverfahren dem Vorwurf der Insolvenzverschleppung ausgesetzt sehen.

Was ist eine Überschuldungsbilanz?

Ein Beispiel:

Ist die Fortführung eines Unternehmens vorgesehen, so wird beispielsweise das Anlagevermögen genauso wie andere Bilanzpunkte wie unfertige Erzeugnisse, höher bewertet.

Ist die Liquidation das gewünschte Ziel, werden diese Posten mit ihrem tatsächlichen Veräusserungswert zu bewerten sein.

Hinsichtlich der Bewertung von Aktien oder Geschäftsanteilen (Beteiligungen) gelten auch Unterschiede. Bei einer Fortführung des Unternehmens sind diese Beteiligungswerte mit dem wahrscheinlichen Verkaufswert auszuweisen.

Im Falle einer Liquidation sind diese Posten meist wegen Wertlosigkeit nicht aktivierungsfähig.

Lesen Sie auch:
Vorteile der Überschuldungsbilanz

Ein weiterer Vorteil der Überschuldungsbilanz ist die Ausweisung selbst geschaffener Werte, darunter zählen auch

  • immaterielle Werte
  • Lizenzen
  • Rechte.
Das Eigenkapital wird in der Überschuldungsbilanz nicht in Betracht gezogen.

Trotz des leicht irreführenden Namens, ist die Überschuldungsbilanz keine Bilanz, bei der die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Anwendung finden. Eine Überschuldungsbilanz unterscheidet sich demnach deutlich von dem Jahresabschluss oder einer Stichtagsbilanz. Die Jahresbilanz hat für den Überschuldungsstatus der Gesellschaft nur indizielle Bedeutung und kann lediglich als Ausgangspunkt für die Ermittlung des wahren Gesamtvermögens der GmbH gelten.

Die Erstellung einer Überschuldungsbilanz kann auch ausserhalb der Unternehmenskrise sinnvoll sein, da diese Anlagevermögen wiedergibt, welches in der Jahresabschlussbilanz nicht verzeichnet ist.

Die Überschuldungsbilanz ist demnach ein geeignetes Mittel, um das Vorliegen einer Insolvenzantragspflicht zu prüfen. Auch im Falle einer beabsichtigten Unternehmensliquidation ist die Feststellung der tatsächliche Vermögenswerte mittels einer Überschuldungsbilanz obligatorisch. Denn, wird die Liquidation beschlossen, unterliegt der Liquidator auch hier der Insolvezantragspflicht.

In der Überschuldungsbilanz sind auf der Passiv-Seite nur echte Schulden anzusetzen. Darunter fallen zum Beispiel Pensionsrückstellungen, welche in einer Bilanz die im handelsrechtlichen Sinne erstellt wurde, nicht aufgeführt sind. Die Bewertung der Schulden und der Vermögenswerte ist an die Vorschriften im PublG anzulehnen.

Diese können mit Ihren wahren Werten ausgewiesen werden, d.h. die tatsächlichen Werte können über, aber auch unter dem Buchwert liegen. Gerade im Falle einer Unternehmenskrise und unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Insolvenzantragsstellung, gewinnt die Geschäftsführung wertvolle Zeit durch die Erstellung einer Überschuldungsbilanz.

Hierbei ist jedoch festzuhalten, dass die Erstellung einer Überschuldungsbilanz in der Regel mit dem Wechsel der Geschäftsführung einhergehen sollte. Die alte Geschäftsführung könnte sich dem strafrechtlichen Vorwurf ausgesetzt sehen, durch Unkenntnis der Vermögenslage der Gesellschaft, sich fortdauernd der Insolvenzverschleppung strafbar gemacht zu haben.

Denn auch der fehlende Überblick über die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft, insbesondere wenn nur ein Geschäftsführer bestellt ist, verpflichtet das Vertretungsorgan zur Stellung eines Insolvenzantrages.

Im Ergebnis einer Überschuldungsbilanz wird die Geschäftsführung sich mit der Frage befassen, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann, die Liquidation beschlossen wird, oder das Insolvenzverfahren unvermeidlich ist.

Dabei werden die Vermögensgegenstände unterschiedlich bewertet. Sollte die Fortführung des Unternehmens möglich sein, wird in der Bilanz stärker nach dem sogenannten "Going-Concern" Verfahren bewertet, d.h. nach dem Gesichtspunkt der Ertragswerte. Im Falle einer beabsichtigten Liquidation nimmt hier jedoch der Zerschlagungswert eine höhere Stellung ein.

Die Abgrenzung zwischen einer Möglichkeit der Unternehmensfortführung oder Notwendigkeit der Liquidation, ist im Einzelfall äußerst schwierig, gerade aber bei Kapitalgesellschaften hinsichtlich der Insolvenzantragspflicht bedeutend.

Download - Muster Überschuldungsbilanz - PDF Überschuldungsbilanz GmbH Muster

 

anzusetzende Positionen im Überschuldungsstatus

Aktiva Passiva
  • Aktivierung von Gründungs- und Entwicklungskosten
    ist nicht auszuweisen
  • Firmenwert ist nur anzusetzen, wenn die konkrete Möglichkeit der Veräusserung
    gegeben ist und deshalb ein besonderer Wert aktiviert werden kann
  • Markenrechte, Konzessionen, Patente sind anszusetzen, sofern diese selbstständig verwertbar sind
  • tatsächlicher Erlös durch den Verkauf von Roh- Hilfs- und Betriebsstoffen
  • Forderungen L.L. mit konkreter Ausfallquote (nur realistische Werte)
  • ausstehende Gesellschaftereinlagen - Achtung - Werthaltigkeit - häufiger Fehler - Ansatz zu Nominalwerten
  • Verlustausgleichsansprüche
  • Liquiditätsgarantien
  • Freistellungsansprüche ggü. Dritten
  • werthaltige, harte Patronatserklärungen
  • Eigenkapital ist nicht anzusetzen
  • Einlagen stiller Gesellschafter (Rangrücktritt beachten)
  • seit MoMiG werden Verbindlichkeiten aus Rückgewähr von gesellschafterdarlehen nicht mehr berücksichtigt
  • Verbindlichkeiten welche aus Gesellschaftsvermögen passiviert sind, sind anzusetzen
  • Rückstellungen die im Falle der Insolvenz den Charakter der Verbindlichkeit entfalten sind anzusetzen
  • Rückstellungen für laufende Pensionsverpflichtungen sind zu passivieren
  • strittige Verbindlichkeiten sind nur anzusetzen
  • wenn Aussicht auf Erfolg besteht (Beiweisaufnahmeverfahren abgeschlossen usw.) -> andere Möglichkeit %-Ansatz
  • SoPo mit Rücklagenanteil sind nicht anzusetzen!