Links

Verkaufen statt Liquidieren!

Logo klSie wollen Ihre aktive Firma verkaufen?

horizontale linie

Logomantel kl

Oder Sie besitzen eine inaktive Firme?

Probleme und Fragen


Welche Lösung benötigen Sie?

0351 - 2 736 986
telefonGmbH Insolvenz Verkauf oder
diskreten Rückruf anfordern!

Rückruf gewünscht?

Füllen Sie jetzt unser Kontaktformular aus

kontaktformular

Der Insolvenzplan - Insolvenzplanverfahren - Chancen und Risiken

Insolvenzplan InsolvenzplanverfahrenIn jüngster Zeit gewinnt der Insolvenzplan, bzw. das Insolvenzplanverfahren einen vermeintlich hohen Stellenwert. Dies beruht zunächst auf eine von Insolvenzverwaltern installierte Bundesinitiative. Das Grundanliegen ist zunächst vornehm, jedoch wird hier nur der Insolvenzplan als Allheilmittel suggestiv kommuniziert.

Ein Insolvenzplan birgt Möglichkeiten in sich, jedoch bei näherer Betrachtung auch Gefahren. Das Insolvenzplanverfahren wird auch als Sanierung im Insolvenzverfahren bezeichnet.

Der Insolvenzplan ist mit der 1999 eingeführten Insolvenzordnung - InsO (welche die bisherige Konkursordnung und damit den Begriff Konkurs ablöste) als verfahrensrechtlicher Teil eingeführt wurden. Ziel der damaligen Gesetztesnovelle war die Absicht, die Rechte der Geschäftsführung im Insolvenzverfahren zu stärken. Auch Gläubigern sollte damit klar gemacht werden, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das verschuldete Unternehmen fortzuführen.

Diesem Anliegen steht der Insolvenzverwalter jedoch aus rein wirtschaftlichem Interesse meisst konträr gegenüber. Die Rechte der Insolvenzverwalter wurden durch die Novelle nicht beschnitten.

In der Praxis werden nur rund 10% der Insolvenzverfahren durch einen Insolvenzplan beendet!

durchgriffshaftung-gmbh1Entnimmt man den Medien, dass bekannte und grosse Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, so ist dies keine Tatsache, welche plötzlich und unvermittelt geschieht. Dem geht meisst die intensive Vorbereitung auf das beabsichtigte Insolvenzverfahren voraus.

Die erfahrenen Führungsmanager dieser Unternehmen haben vor dem Eintritt in die Insolvenzreife ihre "Hausaufgaben" erledigt - oder erledigen lassen. So ist es obligatorisch, dass der Insolvenzverwalter innerhalb kürzester Zeit für das Verfahren einen Insolvenzplan vorlegt. Denn, eine Unternehmensinsolvenz kann durchaus strategische Vorteile bieten:

  • dem Verwalter steht ein Sonderkündigungsrecht für Verträge zu, insbesondere
    • Finanzierungen
    • Arbeitsverträge
    • Pensionszusagen
    • Liquidierung der Altersvorsorgen
    • Miet- und Pachtverträge
  • bei hohen Personalkosten wird die Möglichkeit des Insolvenzausfallgeldes lukrativ
  • Kündigungsfristen wegen langer Betriebszugehörigkeit und daraus resultierender Abfindungen gelten nicht

Soweit haben die Initiatoren der Charmeoffensive Insolvenzplan durchaus recht, dass der Insolvenzplan, bzw. das Insolvenzplanverfahren durchaus ein echtes Sanierungsinstrument darstellen kann.

Der Insolvenzplan ist jedoch gleichzeitig mit Antragsstellung einzureichen.
Der Insolvenzverwalter, sollte dieser nicht bereits im Vorfeld präferiert sein, wird damit eine zunächst defensive Position erhalten. Ist der Insolvenzplan schlüssig, wird der Richter das Insolvenzplanverfahren anordnen können.

Agiert man geschickt, wird das Votum des Insolvenzverwalters durch Gläubigermehrheit ausgestochen. Selbst einzelne Gläubiger finden sich schnell in einer defensiven Position wieder...

So könnte die Sanierung im Insolvenzverfahren im Idealfall aussehen - welcher jedoch in der Praxis so gut wie nie eintritt.

  • Antrag des Schuldners auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei drohender Zahlungsunfähigkeit
    (gemäss §18 InsO)
  • mit Antragsstellung - Einreichung des vom Schuldner erstellten und mit den Gläubigern abgestimmten Insolvenzplanes - damit im Abstimmungstermin Mehrheiten ersichtlich sind (prepackaged-plan)
  • gleichzeitiger Antrag auf Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren
  • Einzahlung Massekostenvorschuss - verhindert langwierige Gutachtensphasen wo geprüft wird, ob genug Masse zur Deckung der Verfahrenskosten vorhanden ist
  • innerhalb 6 Wochen - Berichtstermin - Gläubigerversammlung
  • Planbestätigung durch Beschluss im Berichtstermin - Restschuldbefreiung des Schuldners
  • Zeitfenster bei fachmännischer Koordination - 6-10 Wochen

Vorteile Insolvenzplanverfahren Nachteile & Risiken - Insolvenzplanverfahren

Im Insolvenzplanverfahren könnten sich folgende Vorteile ergeben:

  • Beendigung von Verträgen oder Dauerschuldverhältnissen möglich
  • Insolvenzanfechtung für "schlechte" Geschäfte
  • Beschlüsse mit Summenmehrheit der Gläubiger
  • Rückschlagsperre
  • Zwangsvollstreckung wird unzulässig und ist nach Antrag auf Eröffnung einzustellen
  • Kündigung von Arbeitnehmern möglich (§§ 113 ff. InsO)
  • bei Eigenverwaltung behält Geschäftsführer Amt und Funktion

Die Risiken stehen dem Insolvenzplanverfahren entgegen - leider massiv:

  • Publizierung des Insolvenzverfahrens (ausser bei fremdgeführter Insolvenz)
  • Liefer- und Leistungsbeziehungen können wegbrechen
  • Verlust der sicheren Einflussnahme
  • Gläubiger können Insolvenzplan ablehnen
  • Haftungstatbestände werden aufgedeckt darunter:
    • strafrechtliche Tatbestände wie Insolvenzverschleppung
    • zivirechtliche Haftungen
    • Rückzahlung von Ausschüttung an die Gesellschafter
    • Gesellschafterdarlehen werden kapitalersetzend

 

Das Insolvenzplanverfahren kann nur in völlig geordneten Verhältnissen der Gesellschaft sinnvoll zur Anwendung kommen.

Daraus schlussfolgernd, ist die "freie Sanierung" von Unternehmen immer vorzuziehen, da hier die Hoheit über die Gesellschaft gewahrt bleibt und haftungsbeschränkende Massnahmen ergriffen werden können - und müssen.

Richtig angewendet, kann das Insolvenzplanverfahren zur vollständigen Entschuldung des Unternehmens führen. Allerdings sollte bereits im Vorfeld auf die richterliche Entscheidung zur Bestellung eines Insolvenzverwalters aus praktischen Gründen Einfluss genommen werden.

Das heisst, ist das Insolvenzplanverfahren eine Lösung für das überschuldete Unternehmen, sollten im Vorfeld Insolvenzverwalter kontaktiert und auf  "chemische Vereinbarkeit" geprüft werden.

Eine Spezialität - das Insolvenzverfahren in Eigenregie

Auch diese Möglichkeit ist der Novellierung von 1999 gegeben, findet allerdings selten ihre Anwendung. In Kürze werden wir hier für Sie einzelne Fallbeispiele veröffentlichen.